11 Tipps für Trotzkind-Eltern

(Illustration: Sascha Butphaeo Bucchéri)

Massiert ihr regelmässig tief einatmend eure Schläfen? Gehört „Nein“, oder besser „NEEEEEIIIIINNN!“ mit einem hohen Wiederholungsfaktor ins neue Repertoire eures süssen Kleinen?

Denkt ihr darüber nach, euch in einem Meditationskurs einzuschreiben, um den Alltag zu überstehen?

Kommentiert euer Nachwuchs das Halbieren eines Butterbrotes mit einem geräuschvollen Tränenschwall, weil es die Brotscheibe als Ganzes essen wollte?

Reagiert euer Goldschatz auf eure wortreichen Erklärungen, warum das Trägerkleid mit den Erdbeeren drauf für den Schlittelausflug ungeeignet ist, und die Schneestiefel jetzt im Sommer wirklich zu warm sind, mit reichlich Unverständnis und einer vorgeschobenen Lippe?

Schmeisst sich euer kleiner Liebling auf dem Spielplatz stampfend auf den Boden, weil er das Zeitfenster für den Spielplatzausflug als noch nicht geschlossen erachtet?

Ist Zähneputzen für euer Kind Grund genug für ein verstörendes Drama?

 

Dann herzlichen Glückwunsch! Euer Kind ist zwischen anderthalb und drei. Oder vier. Oder fünf.. (manchmal habe ich das Gefühl es hört GAR NIE auf!). Aus dem unkomplizierten, lieblichen Baby ist ein selbstbewusstes Kleinkind geworden. Freut euch. Es will jetzt mitreden.

 

Wir sind da gerade mittendrin. Und mein kleines Mantra hilft mir, den Tag zu überstehen.

 

Dieser total nervige Wutanfall ist unheimlich wichtig für die Entwicklung meines Kindes.

Dieser total nervige Wutanfall ist unheimlich wichtig für die Entwicklung meines Kindes.

Dieser total nervige Wutanfall ist unheimlich wichtig für die Entwicklung meines Kindes.

 

Das Trotzalter gehört zur Grundausstattung eines Kleinkindes. Es realisiert, dass es einen eigenen Willen hat, dass es Dinge, die es möchte, auch mal nicht kriegt und es ist der erste Schritt zur Selbstständigkeit.

 

 

11 Punkte, die helfen:

 

  1. Erkennen woher der Trotzanfall kommt und das nächste Mal entweder vorbeugen oder Alternativen suchen.
  2. Bei allem mehr Zeit einplanen.
  3. Das Kind auf das Vorhaben vorbereiten („wir gehen in 10 Minuten zum Arzt“, „wir müssen nachher noch Brot einkaufen“, „heute musst du dich warm anziehen“), so dass es sich darauf einstellen kann und nicht überrumpelt wird.
  4. Das Vorhaben positiv formulieren („heute darfst du die Sandalen anziehen“) und den Satz mit einem fröhlichen „Yay!“ beenden.
  5. Die Verbote drosseln. Welches „Nein“ ist wirklich nötig?
  6. Gegenstände, an die das Kind nicht ran darf, entfernen. Das ist besser, als es dem Kind ständig zu verbieten.
  7. Fördert wo immer möglich die Selbstständigkeit des Kindes, lasst es Dinge, die es schon selber können könnte, selbst versuchen. Sie wollen ja ohnehin alles „sälber mache!“
  8. Das Kind in den Alltag einbeziehen. Auch ein Kleinkind kann helfen den Tisch zu decken (und macht es im Unterschied zu den älteren Geschwistern noch gern) oder den Geschirrspüler einzuräumen. Es kann auch die Jacke selbst aufhängen. Und die Schuhe schön hinstellen.
  9. Verbietet nicht Schuhe A, sondern bietet Schuhe B und C an, so dass es selbst aus den beiden Optionen wählen kann.
  10. Dem Kind positives Feedback geben, wenn es was Gutes gemacht hat (auch wenn es sich z.B. selber beruhigen konnte oder beim Einkaufen brav war).
  11. Macht ein Bild von eurem süssen, schlafenden Kind und hängt es in die Küche oder an einen Ort Zuhause wo ihr euch häufig aufhaltet. Ein Blick aufs Bild genügt. Auf 10 zählen und ihr seid wieder entspannt und mit g-r-e-n-z-e-n-l-o-s-e-r Dankbarkeit erfüllt.

 

Und wenn das Kind dann doch mit hochrotem Kopf gefühlte 47 Stunden um sich schlagend durch das Wohnzimmer stampft, das Kind nach dem Wutanfall einfach in den Arm nehmen und knuddeln. Ihm zeigen, dass man es lieb hat.

 

Alles wird gut. Irgendwann.

 

Und nochmal:

Dieser total nervige Wutanfall ist unheimlich wichtig für die Entwicklung meines Kindes.

Dieser total nervige Wutanfall ist unheimlich wichtig für die Entwicklung meines Kindes.

Dieser total nervige Wutanfall ist unheimlich wichtig für die Entwicklung meines Kindes.

 

Tiiiieeef einatmen..!

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6 Kommentare

  • Nadine 8. Oktober 2015   Reply

    Punkt 11 ist der einzig wertvolle Tipp den ich zu diesem Thema je gelesen habe.

    Mini Nerve! ;(

    Made me smile. Danke. Hat mir irgendwie den Abend gerettet.

    • Nadja Zimmermann 9. Oktober 2015   Reply

      Das freut mich. Wir müssen uns einfach auch durch die Trotzphase retten. Augen zu und durch. Das wird schon 🙂

  • Schnucke 17. August 2018   Reply

    Merci für die vile tolle Tipps 😊.
    I bi hüt sowiit, we mi baud 5 jährig Sohn wot zwänge u sis Gringli dürestiete, das i ne nüme beachte. Sis getobt geit immer weniger lang 😉.
    Liebi Grüess u merci für die immerwider tolle Bieträg 😘

    • Nadja Zimmermann 23. August 2018   Reply

      Ja… es isch ned eifach, gäll!! Heb durä!!!! Und viel Kraft 🙂 Und sehr gerngeschehen. Ganz herzlich, Nadja.

  • Jennifer 9. Oktober 2019   Reply

    Nummer 11 ist super 😉 Nummer 9 machen wir auch! Zumindest lassen wir sie ihre Schuhe meist selbst aussuchen, je nach Wetterlage 😊

    • Nadja Zimmermann 9. Oktober 2019   Reply

      🙂 Ja, liebe Jennifer. Nummer 11 wirkt Wunder. 🙂 Ganz herzlich, Nadja.