Buchtipps für den Frühling

Manchmal denke ich, das Leben ist viel zu kurz für die vielen Bücher die ich noch lesen muss. Und da bin ich froh, wenn jemand im Vornherein schon etwas vorsiebt und meine Wahl etwas einschränkt. Hier kommen frische Buchtipps für euch.

 

Und zwar nicht von mir, sondern von Eliane vom Literaturblog Mint und Malve. Sie hat extra für euch für die Frühlingszeit ein paar Werke zusammengestiefelt, die sie lesenswert findet. Bitteschön.

 

 

Ein Hauch von Frühling

(Gastbeitrag von Eliane von Mint und Malve)

Freut ihr euch auch so über jeden Sonnenstrahl, etwas mehr Wärme und die wiedererwachende Pflanzenwelt? Ich auch. Und zu diesen Frühlingsgefühlen gehören für mich auch die passenden Bücher: wilde, bunte Kinderbücher, frühlingshaft zarte Bilderbücher und Romane, so dicht und intensiv wie der Duft einer Frühlingswiese.

 

Für euch habe ich ein paar Frühlingshighlights zusammengestellt. Nicht alle brandneu, nicht alle speziell zum Thema Frühling, aber alle frisch und garantiert lesenswert!

 

Ein Abenteuer im Garten

In meiner Besprechung von «Kalle und Elsa» vom schwedischen Autorenpaar Jenny Westin Verona und Jesús Verona habe ich mich echt auf die Äste rausgewagt. Schönstes Kinderbuch des Jahres! Ja, das habe ich allen Ernstes schon im Februar ausgerufen. Was ist so toll daran? Die Illustrationen: Da wuchert und blüht es, so wünschen wir uns das im Frühling. Die Geschichte: Mit Kalle und Elsa erleben wir ein Astrid-Lindgren-mässiges Alltagsabenteuer im Garten. Die Vielfalt: Kalle trägt pinke Gummistiefel? Ganz normal! Mama arbeitet im Homeoffice? Na, selbstverständlich. Elsa schlägt sich todesmutig durch den Dschungel? Aber sicher! Herrlich klischeefrei und deshalb ganz nach meinem Geschmack.

 

Kalle und Elsa Buchtipp

Kalle und Elsa, Jenny Westin Verona und Jesús Verona, Bohem Verlag, 32 Seiten, 2018, ISBN: 978-3-95939-058-3, ab 3 Jahren

 

 

Oval und doch eine runde Sache

Ja, Ostern ist vorbei, ich weiss. Aber auch wenn es in Britta Teckentrups Sachbilderbuch «Das Ei» um Eier geht, ist das Buch durchaus fürs ganze Jahr geeignet. Für den Frühling sowieso: Denn jetzt werden schliesslich die ganzen Vogeleier, Schildkröteneier, Schnabeltiereier, Pinguineier und Schmetterlingseier gelegt. In ihren typischen Illustrationen mit feinsten Strukturen und vielen gedeckten Farben, frühlingshaften Pastelltönen und spannenden Informationen bringt uns Britta Teckentrup das Wunderwerk Ei in all seinen Facetten näher. Formen, Farben und Grössen von Eiern, die speziellsten Nester und Nistplätze, die Kultur und Mythologie rund ums Ei, all das ist Thema in diesem kunstvollen Bilderbuch. Und für alle Teckentrup-Fans: Vor kurzem ist mit «Die Feder» der Folgeband erschienen.

 

20180311_mintundmalve_DasEi

Das Ei, Britta Teckentrup, Prestel Verlag, 96 Seiten, 2017, ISBN: 978-3-7913-7286-0, ab 6 Jahren (zum Selberlesen ab 10)

 

 

Jetzt wird gekocht, äh, gedruckt!

Küchen sind zum Kochen da? Ja, auch. Aber das DIY-Buch von Laura Sofie Hantke und Lucas Grassmann zeigt, dass die Küche durchaus auch zum Kreativ-Atelier taugt! «In unserer Küche wird gedruckt» zeigt, wie ihr Karten, Jutebeutel, Kissenbezüge, T-Shirts, Etiketten, Poster und vieles mehr selber bedrucken könnt. Und das ganz einfach, schnell, günstig und ungiftig – z.B. mit Alufolie, Pflanzenöl und Cola. Einen Eindruck vom Buch erhaltet ihr auf der Verlagswebsite. Viel Spass beim Drucken!

 

Buchtipp In unserer Küche wird gedruckt

In unserer Küche wird gedruckt, Laura Sofie Hantke und Lucas Grassmann, Verlag Hermann Schmidt, 116 Seiten, 2017, ISBN 978-3-87439-885-5

 

 

Liebe in Zeiten von Okapis

Kennt ihr Okapis? Die Tiere, die aussehen wie eine Mischung aus Zebra, Giraffe und Pferd? Ein Okapi erscheint Selma, einer alten Frau aus dem Westerwald, jeweils im Traum, bevor jemand im Dorf stirbt. In «Was man von hier aus sehen kann» erzählt Mariana Leky davon, was Selmas Träume unter den Dorfbewohnern auslösen: Ängste, den Drang, ein Geheimnis zu offenbaren oder für immer mit sich ins Grab zu nehmen. Das ist aber nicht etwa düster und traurig. Okay, traurig ist es, aber traurig schön. Denn rund um die Hauptrollen der alten Selma, ihrer Enkelin Luise und des Optikers (um seinen Namen zu erfahren, müsst ihr schon das Buch lesen) zeigt die Autorin, was Geborgenheit, Zuneigung, Liebe bedeuten und wie diese die Welt umspannen können. Ihre Sprache ist einfach wunderschön, ihr Humor fein und voller Nächstenliebe. Das schönste Buch aus dem letzten Jahr!

 

Buchtipp Mariana Leky Was man von hier aus sehen kann

Was man von hier aus sehen kann, Mariana Leky, Dumont (im Bild ist die Sonderausgabe der Büchergilde), Dumont, 320 Seiten, 2017, ISBN: 978-3-8321-9839-8

 

 

Wenn die Freundschaft im Dreieck springt

Nach dem Highlight 2017 geht es auch gleich weiter mit dem ersten Highlight aus diesem Jahr: «Dunkelgrün fast schwarz» ist das kraftvolle Debüt der Österreicherin Mareike Fallwickl. Im Roman geht es um das Dreiergespann aus Moritz, Raffael und Johanna, die sich schon im Sandkasten bzw. im Gymnasium kennenlernen. Das ist nun aber nicht die typische Dreiecksgeschichte, sondern es geht um alle Facetten der Freundschaft, um Verrat, um Liebe und Leidenschaft und ein grosses Geheimnis, das die drei abrupt auseinandergebracht hat vor 16 Jahren. Erzählt wird aus immer wieder wechselnder Perspektive und über drei Jahrzehnte hinweg von den 1980ern bis in die Gegenwart. Mareike Fallwickls Sprache ist unglaublich dicht, direkt und nimmt uns sofort gefangen. So etwas hab ich noch nie gelesen. Ich kann es jedem empfehlen!

 

Buchtipp Dunkelgrün fast schwarz

Dunkelgrün fast schwarz, Mareike Fallwickl, Frankfurter Verlagsanstalt, 480 Seiten, 2018, ISBN: 978-3-627-00248-0

 

 

Der Traum vom perfekten Bankraub

Zum Abschluss möchte ich euch ein älteres, kleines, feines Büchlein von Alex Capus empfehlen. Der Autor aus Olten zählt zu meinen absoluten Lieblingen, weil es ihm immer perfekt gelingt, Fiktion und Wirklichkeit zu verknüpfen. Am Anfang von «Fast ein bisschen Frühling» steht ein realer Bankraub im Jahre 1933. Zwei junge Deutsche wollen aus Nazideutschland nach Indien fliehen. Dafür brauchen sie natürlich das nötige Kleingeld und rauben deshalb eine Bank aus. Die Flucht führt die beiden nach Basel und weil sich der eine in die Schallplattenverkäuferin verliebt, bleiben sie am Rheinufer hängen. Alex Capus erzählt mit seinem typischen Humor von der Sehnsucht nach Freiheit, der Suche nach dem grossen Glück. Das Urteil von meinem Freund: sagenhaft!

 

Buchtipp Alex Capus Fast ein bisschen Frühling

Fast ein bisschen Frühling, Alex Capus, dtv, 192 Seiten, 2004, ISBN: 978-3-423-13167-4

 

 

Ich hoffe, es ist das eine oder andere für euch dabei! Und wenn ihr jetzt sagt: «Ich habe doch keine Zeit!», dann empfehle ich euch zum Abschluss noch meine sechs Tipps für mehr Lesezeit. Ausreden gelten nicht! Auch nicht von vielbeschäftigten Mamis.

 

Übrigens: Weil Vorlesen und Büchlein anschauen schon für die Kleinsten so wichtig, wertvoll und schön ist, startet in wenigen Tagen bei mir auf dem Blog MINT & MALVE eine Blogparade zum ersten Schweizer Vorlesetag. Wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert meinen Newsletter (er erscheint in der Regel einmal monatlich).

 

 

 

MINT_und_MALVE_Profilbild

Eliane bloggt als MINT & MALVE über die Bücher, die sie selber gerne liest oder ihren Töchtern vorliest. Sie ist überzeugt, dass Bücher uns in neue und andere Welten entführen, uns über unsere Nasenspitze oder noch besser unseren Gartenzaun hinwegblicken lassen. Eine besondere Schwäche hat sie für schön illustrierte Kinderbücher und für Romane mit viel Humor, Sprachwitz und knackig schnoddriger Schreibe.

Eliane wohnt mit ihren Töchtern (4 und 1) und deren Papa im Aargau. Beruflich treibt sie sich meistens in Basel und Zürich rum und kommuniziert in die Welt hinaus.

MINT & MALVE trefft ihr auch auf Facebook, Instagram, Pinterest und Twitter.

 

 

 

 

 

 

 

 

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