So ein Bloggerleben aber auch

Bloggen, so als Beruf, das ist ja noch relativ neu. Als ich mich vor gefühlten 180 Jahren mit meiner Berufsplanung auseinandersetzen musste, gabs sowas noch nicht. Daher ist es für Viele auch schwer nachvollziehbar, wie sowas funktioniert und wie man davon leben kann.

 

Ich kann natürlich nicht für alle Blogger sprechen. Es gibt auch keinen Jobbeschrieb. Bloggen ist eine sehr individuelle Tätigkeit. Doch so im Grossen und Ganzen gibt es Schnittstellen.

 

In den Medien ist das immer wieder Thema. Das Bloggen. Es kursieren ja auch die einen oder anderen Vorurteile,  wie das wohl so ist mit diesen Bloggern und den gesponserten Inhalten und Werbung. Und Influencern. Ein Begriff, den ich nicht so gerne mag, den viele Blogger nicht mögen, aber im Grunde tun wir das ja eben schon auch, wir beeinflussen. Und deshalb ist meines Erachtens Authentizität das oberste Gebot.

Ich möchte über Dinge schreiben, die ich gut finde, ich möchte unterhalten und ich freue mich, wenn ich damit jemanden inspirieren oder auf neue Ideen bringen kann. Deshalb tue ich das.

 

Ich teile. Ich teile all die Dinge, die mich selbst beschäftigen. Das reicht von der täglichen Zubereitung von Mahlzeiten, über Ausflüge, Hotels, Bücher, interessanten, nützlichen oder nachhaltigen Produkten und manchmal sind es auch einfach nur ein paar Gedanken.

 

Manchmal werden Blogartikel gesponsert. Also von einer Firma finanziell unterstützt. Je höher die Reichweite eines Blogs, desto besser sind diese Artikel bezahlt. Aber ganz abgesehen von der Reichweite, ist es auch einfach der Aufwand, der angemessen entschädigt werden soll. Je nach Umfang des Beitrags muss man mit 1-2 Tagen Arbeit für Storytelling-Entwurf, Recherche, Fotoproduktion etc. rechnen.

Wie eine gesponserte Geschichte letztendlich umgesetzt wird, das ist meines Erachtens Sache des Bloggers. So handhabe ich das zumindest.

 

Ich kriege jede Woche viele Anfragen.

 

Dieses Interesse aus der Marktwirtschaft freut mich selbstverständlich sehr, das ist grossartig, bestärkt mich in meiner Arbeit und ich fühle mich geschmeichelt. Und dennoch muss ich jede Woche die meisten dieser Anfragen absagen. Dazu gleich mehr.

 

Natürlich muss auch ich Geld verdienen, das Führen eines Blogs kostet Geld, so wie auch das Leben an sich. Ich trage Verantwortung, habe eine Familie mitzuernähren. Der Blog ist kein lustiges Hobby, dass ich nebenbei mache. Bloggen ist ein Teil meines Jobs als Selbständigerwerbende.

 

Making Of Foodblog

 

 

 

Als Selbstständigerwerbende arbeite ich als freie Autorin. Ich erstelle Texte und entwickle Rezepte für Auftraggeber. Das sind viele Dinge die nicht auf meinen Plattformen stattfinden. Und zurzeit arbeite ich an meinem vierten Kochbuch. Total analog.

Und dann der Blog. Er ist meine eigene kleine Welt, auf welcher ich Rezepte und kleine Geschichten und auch ganz einfach all die Dinge, die ich spannend und grossartig und absolut erwähnenswert finde, mit euch teile. Hier bestimme ich ganz allein, worüber ich schreiben möchte.

 

Jeder Beitrag, den ich erst plane, dann umsetze, jedes Rezept, dass ich kreiere, und jedes Bild dass ich erst optisch inszeniere, dann schiesse und anschliessend aussuche und bearbeite und jeder Text den ich schreibe, nimmt in der Regel viel Zeit in Anspruch. Auch die Buchhaltung, die Rechnungsstellung, die Korrespondenz, die Telefonate, die Meetings. Wer ernsthaft bloggt, arbeitet in der Regel sehr viel und es ist hilfreich, wenn man verschiedene Talente besitzt, da man all die Dinge rundherum in der Regel selbst macht. Der Arbeitstag dauert lange. Oft arbeite ich auch abends, an den Wochenenden. Und der Kopf rattert ohnehin immer und ist auf Empfang für neue Ideen.

Ein Blog ist eine Art persönliches Online-Magazin, und oft ist er ein ein-Mensch-Betrieb.

 

So schnell-schnell geht das nicht.

 

Ich bemühe mich sehr darum euch gute Qualität zu bieten. Und das soll weiterhin auf einer kostenlosen Basis verlaufen.

 

 

Foodblog Behind the scenes

 

 

Von den vielen Anfragen, die ich kriege, kann und will ich allerdings nur einen Bruchteil umsetzen. Einerseits aus Zeitgründen, anderseits aber auch, weil es mir unheimlich wichtig ist, dass ich hinter dem jeweiligen Brand und dem Produkt hundertprozentig stehen kann. Ich schreibe ausschliesslich über Dinge, die ich selbst toll finde, selbst benutze oder entdeckt und lieben gelernt habe oder unbedingt gerne selbst ausprobieren wollte. Gefällt mir etwas nicht, dann schreibe ich auch nicht darüber. Auch wenn dafür viel Geld geboten wird. Ich habe schon grosse Kampagnen und Jahresengagements abgelehnt, weil es einfach nicht funkte.

 

Auch will ich natürlich am Ende nicht nur gesponserte Inhalte auf dem Blog haben, auch wenn das sehr lukrativ wäre. Aber natürlich sind es mal mehr, mal weniger. Ich versuche hier eine angemessene Balance zu halten.

 

Firma und Produkt müssen auf jeden Fall zu mir und dem Blog passen. Authentizität ist mir sehr wichtig. Und auch, dass ich euch mit den Inhalten etwas weitergeben kann, Tipps, Inspiration, Wissen und manchmal auch nur bisschen Unterhaltung. Jeder Beitrag den ich verfasse, muss einen Mehrwert für euch enthalten, sonst schreibe ich ihn nicht.

 

Da ich nun aber vorallem als freie Autorin ausserhalb des Blogs mein Geld verdiene, bin ich auch nicht gezwungen Anfragen für den Blog wahllos anzunehmen und kann somit frei entscheiden, was auf meinem Blog stattfinden darf, und was nicht.

 

 

Ich wähle sorgfältig aus, mit wem ich zusammenarbeite.

 

Ich bevorzuge langfristige Partnerschaften, auch um zu unterstreichen, dass ich mich mit einem Brand oder einem Produkt voll und ganz identifizieren kann. Mit wem ich bis anhin zusammengearbeitet habe und mit wem ich aktuell zusammenarbeite, habe ich auf meinem Blog aufgelistet. Und jeder Beitrag, der von einem Partner finanziell unterstützt wurde, wird auch dementsprechend gekennzeichnet. Alles schön brav transparent.

 

Wird ein Beitrag bezahlt, wird das immer markiert.

 

Diese Werbe-Markierungen sind sowieso Pflicht. Doch auch wenn ein Beitrag gesponsert ist, bleibe ich meiner Meinung immer treu. Da ich ja einewäg nur über Dinge schreibe oder Aufträge annehme, die ich selbst uuu läss finde, ist meine Begeisterung auch immer echt. Sonst fände das hier gar nicht statt. Ist also ein Beitrag gesponsert, spiegelt er dennoch immer meine eigene Meinung wieder. Und die Inhalte stammen sowieso immer ganz allein von mir.

 

 

Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit

 

An der optimalen Balance zwischen Job und Freizeit arbeite ich noch. Ich sehe ständig Dinge, über die man schreiben könnte, zücke regelmässig mein Handy, weil ich was Spannendes sehe oder ein schönes Bild machen könnte. Einen Blog zu betreiben, heisst eben auch, dass man immer präsent ist, die Arbeit nicht einfach im Büro lassen kann. Ich hab diese Balance mal mehr, mal weniger im Griff. Auch weil ich mich ständig weiterentwickeln, an meiner Fotografie arbeiten möchte. Aber da ich das hier alles gerne tue, wiegt das nicht so schwer, wie wenn ich den ganzen Tag einer Arbeit nachgehen müsste, die mich unglücklich macht. Diese Arbeit, die ich hier machen darf, erachte ich als Privileg.

 

Ich bin euch so dankbar, dafür dass ihr da seid, meine Beiträge lest, mir Feedback gibt und ich freue mich immer so sehr, wenn ich bei euch das Interesse für etwas Neues wecken kann, eine neue Zutat oder Zubereitungsart, ein Ausflugsziel oder sonst irgendetwas, oder wenn sich eins meiner einfachen Gerichte in eurer alltägliches Repertoire einschleicht. Das ist immer so schön zu hören.

 

Ich freue mich immer sehr über eure Kommentare, Anregungen, Ideen. Ich finde diesen Austausch mit euch schön, hier und auch auf Instagram. Zu lesen, was ihr denkt oder was ihr mögt. Ihr habt ja auch immer wieder selbst so tolle Ideen und inspiriert mich ebenso.

 

 

DANKE, dass ihr alle da seid!

 

 

Herzlich,

Nadja

 

 

 

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Ich fotografiere meist auf einer meiner vielen Unterlagen und Hintergründen aus Holz und Metall. Hinter mir steht mein Möbel voller Props: Vintage-Besteck, dezente Uni-Stoffe, Körbe, Teller, Schälchen usw. Während das Essen kocht, baue ich mein Set auf, mal ganz simpel, mal etwas ausgeklügelter. Das Aufwändigste sind die Fotos, die auch das Kochen und das Aufräumen danach beinhalten. 😅 Im heutigen Blogbeitrag widme ich mich dem Thema Bloggen, wie das mit den gesponserten Beiträgen funktioniert und was mir selbst bei meiner Arbeit wichtig ist. ➡️ Link im Profil 📲 • • #welchesholzerldarfessein #behindthescene #makingof #bloggerleben #bloggen #foodblogger_ch #props #foodphotograpy #foodfotografie #hintergründe #bloggerlife #bloggerstyle #memyselfandi #ich #mywork #anderarbeit #foodstyle #zurichfoodies #zurichfoodie #foodie_features #ig_blog #ig_blogger #foodstylish

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2 Kommentare

  • Eliane 3. September 2018   Reply

    Liebe Nadja

    Ein toller Artikel! Bin ganz auf deiner Linie! Als Buchbloggerin hab ich bei Kooperationsanfragen leider nicht die Qual der Wahl, aber sollte sich das mal ändern, würde ich das so handhaben wollen wie du es tust.

    Und das Wichtigste: Ich bin so gespannt auf dein viertes Buch! Kannst du schon verraten, wann es etwa erscheinen soll?

    Liebe Grüsse
    Eliane

    • Nadja Zimmermann 3. September 2018   Reply

      Danke liebe Eliane. Also es wird Anfang 2019, ich bin noch mittendrin und dann kommt die Feinarbeit. Ich gebe alles. 🙂 Ganz herzlich, Nadja.