Nachhaltige Ernährung

Da gibt es punkto Ernährung so viele Dinge auf die man achten KÖNNTE und SOLLTE und MÜSSTE. Aber so im Alltag geht manches unter. Oder man hat es einfach gerade nicht präsent, oder es ist die Folge eines Mangels an Wissen. Also habe ich hier ein paar Dinge zusammengetragen, als Reminder, vielleicht auch als reine Neuinformation, als Inspiration oder kleine Hilfe. Man tut was man kann.

 

Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung, werden in der Schweiz fast 30% der Umweltbelastungen durch die Ernährung verursacht. Was wir essen, hat somit nicht nur Auswirkungen auf uns und unsere Gesundheit, sondern auch auf die Umwelt, auf Mensch und Tier. Wem nicht gleichgültig ist, welche Auswirkungen sein Konsum hat, wer auf die Herkunft der Lebensmittel sowie auch auf deren Produktionsbedingungen achtet, findet auf dem Merkblatt für nachhaltiges Essen und Trinken schon mal ein paar einfach umsetzbare Anregungen.

 

Es ist sicher nicht falsch, wenn man bei den zu erwerbenden Lebensmitteln auf Herstellung, Herkunft und Qualität achtet. Manche tun das auch. Manche nicht. Manche sagen das bringt doch nichts, das Verhalten des Einzelnen hat keinen Einfluss. Doch der nachhaltige Ernährungsstil und die zukunftsfähige Ernährung beginnt mit dem Wissen um globale Zusammenhänge und eben auch mit kleinen, eigenen Veränderungen.

Warum sollten wir nicht alle ein bisschen bewusster konsumieren und die Scheuklappen als auch die was kümmerts mich-Mentalität ablegen? Nur weil wir in der privilegierten Lage sind, genug Geld zu haben, um uns alles kaufen zu können, was wir möchten?

Ich selbst schränke mich auch oft anderswo ein und gebe dafür mehr Geld für fair bezahlte und fair gehandelte Lebensmittel aus, was ich als wichtiger Baustein einer nachhaltigen Ernährung erachte.

Ein paar weitere Gedanken hierzu im Detail.

 

 

Die Saisonalität und die Regionalität.

 

Saisonalität ist das ganze Jahr ein Thema, klar. Aber es fällt mir besonders dann auf, wenn im Februar und März wieder palettweise Erdbeeren dargeboten werden. Februar und Erdbeeren, das passt so gut zusammen wie ein Tulpenstrauss auf dem Weihnachtsbuffet.

Das betrifft auch Spargeln im Januar, die aus Chile angekarrt werden. Blaubeeren. Himbeeren. Die ersten Mandarinen im August. Trauben im Juni.

Klar, es ist in Zeiten der Globalisierung schwierig den Überblick zu behalten, was denn nun wirklich Saison hat und nicht jeder mag seine Küche mit Saisonkalendern tapezieren. Aber bei manchen Lebensmitteln ist es einfach. Manchmal hilft auch nur der Blick aufs Etikett, um festzustellen, woher das Lebensmittel stammt. Bei Lebensmitteln, die grundsätzlich auf UNSEREN FELDERN UND BÄUMEN wachsen, sollte man das eigentlich hinkriegen mit dem Überblick. Dieser Luxus, alles immer haben zu können, trägt zu einer hohen Umweltbelastung bei. Und wer darauf verzichtet, trägt aktiv zum Klimatschutz bei.

 

Ab und zu in einen Saisonkalender zu schauen, ist sicher nicht falsch. Und GERADE IN ZEITEN DER GLOBALISIERUNG ist es unerlässlich, dass wir auch unseren Kindern, als Teil der Erziehung, ein nachhaltiges Bewusstsein mit auf den Weg geben. Hierbei unterstützen auch die zahlreichen WWF-Ferienlager.

 

Und ja, manchmal ist es mit der Regionalität schwierig, auf manche Dinge kann man nicht einfach warten, bis Saison ist. Manches GIBT. ES. HIER. EINFACH. NICHT.

Und klar, wir mögen Avocados. Vielleicht Mangos. Ananas. Und Süsskartoffeln stammen die meisten auch nicht aus der Schweiz. Und nein, die Banane ist noch immer nicht heimisch geworden, auch wenn sie zu den Grundnahrungsmitteln zu gehören scheint.

Wir müssen uns nicht kasteien. Es gibt Dinge, auf die wir nicht verzichten möchten. Das ist ok. Ich finde jeder soll bei sich im Kleinen darauf achten, was er bereit ist zu tun, ohne dass er jeden Abend schweissgebadet aus seinen Träumen erwacht, weil er sich so sehr nach seiner heissgeliebten Passionsfrucht sehnt.

 

Aber, ein Blick auf das Herkunftsland und die Frage, ob es unbedingt sein muss, ja/nein/vielleicht, scheint mir dennoch wichtig, wenn man bewusst einkaufen möchte.

 

Kaufen wir saisonale Lebensmittel aus der Region, unterstützen wir nicht nur unsere regionale Marktwirtschaft, sondern unterstützen auch einen geringeren Energieverbrauch. Keine langen Transportwege, ein niedrigerer Schadstoffaustoss und wenn auf dem Freiland angebaut wird, braucht es zudem kein Erdöl zum Heizen vom Treibhäusern und auch keine Folientunnel.

 

Und ausserdem.. wie schön es doch ist, sich das Essen auch mal selbst auf dem Feld zu holen.

 

Selber pflücken Jucker Farm

Heidelbeeren selber pflücken Jucker Farm

 

Der nachhaltige Anbau.

Pfff. Bio. Höre ich manchmal. Das Meiste ist doch eh gar nicht Bio. Und dann wird noch ergänzt. Und es wird eh alles gespritzt. Und blablabla.

Also. Die Standards der Schweizer Biolabel sind sehr hoch. Dadurch wird sichergestellt, dass die Umwelt nicht unnötig belastet wird, dass der Boden geschont und mit den Ressourchen nachhaltig umgegangen wird. Zudem ist naturbelassene Kost auch gesünder, denn die ganzen Pflanzenschutzmittel aus herkömmlichem Anbau landen in unserem Körper. Wenn das finanziell also irgendwie machbar ist, macht es sehr Sinn, Produkte aus biologischem Anbau zu bevorzugen.

Das gilt nicht nur für Gemüse und Früchte, sondern auch für Milch, Kaffeerahm, Joghurt und Käse und Butter. Und für Fleisch sowieso. Dazu gleich mehr.

Nun gibt es viele Bio-Labels, ja. Um hier einen Überblick zu kriegen, auf welche man sich besonders verlassen kann, hat der WWF zusammen mit einigen Partnern eine Liste derjeniger Labels erstellt, die besonders positiv aufgefallen sind.

 

Ich kaufe also immer brav Bio. Was mich aber nach wie vor sehr ärgert, ist, dass Bioware allerorts so aufwendig und mit Plastik verpackt sein muss (einerseits damit keine Verwechslung besteht und anderseits, damit die ‚empfindlichere‘ Bio-Ware länger frisch bleibt), ausser man hat Glück einer der tollen Läden in seiner Umgebung zu haben, die die Ware ohne Verpackung verkaufen, sogenannte Bulkäden. Hier findet ihr eine Liste davon.

Desweiteren schreiben die Produktionsbedingungen für anerkannt fairen Handel gewisse Mindeststandards vor. Bei den Preisen, beim Umweltschutz. Und die Landwirte und Verarbeiter müssen zudem Auflagen zum Trinkwasserschutz, zu Wiederaufforstungen, zur Abfallbeseitigung und zum Einsatz von Pestiziden einhalten. Häufig werden Produkte aus fairem Handel zudem in Bio-Qualität produziert, was Umwelt und Menschen zusätzlich schont.

Noch immer kann man übrigens die Petition für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide unterstützen. Eine gute Sache, wie ich finde.

 

Früchte und Gemüse Markt

 

 

Der Fleischkonsum.

Das es grundsätzlich gar nicht so schlecht wäre, seinen Fleischkonsum etwas einzuschränken, haben die Meisten von uns schon mal gehört. Die Argumente reichen von der Gesundheit, über Umwelt bis zum Tier, welches unsanft sein Leben lassen muss. Da auf den social media-Kanälen ja jeder ganz uneingeschränkt seine, manchmal auch sehr unreflektierte Meinung, in die Welt hinausstreuen kann, vorallem in den Kommentaren, ist mir nicht entgangen, dass der Eine oder Andere sich auch gerne über das Thema lustig macht, sochli „höhö.. niemand verdirbt mir mein Steak“.

Schön und gut. Ich möchte dennoch ein paar Gründe nennen, warum man sich zumindest einmal über einen verringerten Fleischkonsum Gedanken machen KÖNNTE.

 

  1. Die Gesundheit
    • Fleisch ist nicht per se schlecht für uns. Und jeder verträgt es anders. Da aber die wenigsten ihr Fleisch vom Biobauernhof seines Vertrauens beziehen, wo sie das in der Pfanne endende Kälbchen am Abend zuvor noch gestreichelt haben, ist es eine Tatsache, dass das Nutzvieh, wie es im Fachjargon heisst, der grossen Menge wegen, in der Regel mit gentechnisch verändertem Futter ernährt wird, dass zudem mit Pflanzenschutzmitteln besprüht wird. Und weil viele Tiere, auch wieder der grossen Menge wegen, auf engstem Raum zusammengepfercht werden, werden sie mit Antibiotika und Wachstumshormonen behandelt, damit sie einigermassen fit bleiben. Und was das Tier kriegt, landet letztendlich auch in unserem Körper, wenn wir dessen Fleisch verzehren. Kaufen wir also Billigfleisch, also solches, dass nicht aus biologisch kontrolliertem Hof angeliefert wird, unterstützen wir nicht nur diese fragwürdigen Bedingungen, sondern schaden auch unserer Gesundheit. Aus ethischer, moralischer und gesundheitlicher Sicht kann und darf Fleisch daher auch nicht wenig kosten.
  1. Die Umwelt
    • Die Fleischproduktion belastet die Umwelt enorm. Gemäss Peta werden bis zu 51 Prozent der vom Menschen verursachten Treibhausgase der Tierproduktion zugeschrieben. Die Emissionen entstehen durch den Verdauungsprozess und die Ausscheidungen der Tiere, aber auch durch die Produktionsprozesse, die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung und Produktion von Futtermitteln. Einfach gesagt ist der Fleischkonsum schlecht für die Luft, den Boden, die Artenvielfalt und das Wasser. Die Produktion ist sehr energieintensiv. Wenn Menschen auf vegan umsatteln, hat das also gar nicht immer so viel mit den Tieren an sich zu tun, sondern damit, dass sich tierische Produkte (eben auch Butter, Milch & Co.) nicht sonderlich rosig auf die Umwelt auswirken.
  1. Das Tier
    • Wir hatten das schon weiter oben. Im Punkt Gesundheit. Die Tiere werden oftmals in kleinen Räumen zusammengepfercht. Und anstatt dass sie in ihrem kurzen Leben wenigstens auf einer Weide rumrennen und frisches Gras fressen dürfen, werden sie zwangsernährt. Sie werden auf unwürdige Weise transportiert und dann – zack – geschlachtet. Nach einem traurigen Leben. Man vergisst und verdrängt solche Dinge. Blendet es aus. Aber es ist nunmal Realität. Man möchte dem jungen Kälbchen nicht in die Augen sehen. Daher ist es – wenn man Fleisch isst – das Mindeste, dass man auf bestmögliche Qualität greift. Und da diese zu Recht teuer ist, schränkt man wohl automatisch auch seinen Konsum ein.

 

 

FoodWaste.

Niemand will ernsthaft Essen wegwerfen. Und doch passiert es. Beim Anbau, bei der Verarbeitung, beim Verkauf und beim Endkonsumenten. Also bei uns. Wenn eigentlich noch essbare Lebensmittel beim Anbau, der Verarbeitung oder beim Verkauf weggeworfen werden, weil sie nicht 1A aussehen, nicht mehr ganz sooo frisch sind oder sonst ein Mängelchen vorliegt, darauf haben wir als Endkonsumenten keinen Einfluss. Da muss an anderer Stelle auf die Finger geklopft werden. Aber wir können immerhin dafür sorgen, dass in UNSEREM HAUSHALT möglichst wenig weggeworfen wird.

Gemäss WWF wirft jeder Schweizer Haushalt pro Jahr Lebensmittel im Wert von 500 bis 1000 Franken weg. Würden alle Beteiligten es schaffen, einen Drittel weniger wegzuwerfen, könnte man die Menge an CO2 einsparen, die eine halbe Million Autos verursachen. Man muss sich das mal vorstellen!

 

Also. Was können wir tun? Das A und O ist gute Planung.

  1. Ein regelmässiger Blick in den Kühlschrank, in den Vorratsschrank, aber auch in den Tiefkühler, hilft, den Überblick zu behalten. Und auch mal spontan ein zusammengewürfeltes Gericht auf den Teller zu zaubern.
  2. Ein Menüplan ist schon rein organisatorisch und aus nervenschonender Sicht eine prima Sache. Er hilft aber auch FoodWaste zu reduzieren. Anhand der Vorräte – siehe Punkt 1 – lässt sich jede Woche erst ein Menüplan und im Anschluss eine sinnvolle Einkaufsliste erstellen. Und das schont nicht nur Nerven und Ressourcen, sondern auch das Portemonnaie.
  3. Wenn wir uns im Supermarkt nicht von verlockenden Aktionen verführen lassen, verhindern wir unnötige Mehreinkäufe.
  4. Da ist diese Sache mit dem Haltbarkeitsdatum. Steht da das von gestern drauf, macht es oftmals – zack – und weg ist es. Im Müll. Ausser bei ganz heiklen, hochgradig verderblichen Sachen, könnte man auch einfach dran schnuppern oder kosten. Sich auf seine Sinne verlassen. Das abgelaufene Datum heisst nicht zwangsläufig, dass man am Tag darauf daran stirbt. Deshalb heisst es auch „mindestens haltbar bis..“, was danach ist, muss man dann eben selbst entscheiden. Aber dem Lebensmittel zumindest eine Chance geben.
  5. Wenn wir unsere Lebensmittel richtig lagern, bleiben sie länger frisch, sind länger haltbar und wir müssen weniger wegwerfen. Eine Alternative zu Frischhaltefolien sind Bienenwachstücher, die mittlerweile vielerorts erhältlich sind.

 

 

Der Einkauf.

Hier fängt es an. Wir laufen in den Laden, bemühen uns bewusst einzukaufen, auf Saisonalität und lokale Ware zu achten und auf Nachhaltigkeit. Und dann packen wir alles in kleine Plastiksäckchen. Für jede Fruchtsorte greifen wir uns ein neues. Mittlerweile hat die Plastikschlacht an den Gemüse- Frucht- und Brottheken aus meiner Sicht aber abgenommen. Manchmal hat man tatsächlich schon vorher dran gedacht und sein Leinensäckchen oder Netz dabei.

In meiner Tasche befindet sich auch immer eine Stofftasche, für den Fall dass ich irgendwo unterwegs was Kleines kaufe, so dass ich immer schön sagen kann Nei danke, es gaht so. Das ist ein Anfang.

Beim Einkauf kann man auch darauf achten, dass man biologisch abbaubare Putz- und Waschmittel kauft. Auch mal zu Naturkosmetik greift, der Haut zuliebe. Recyclingpapier für den Drucker nimmt, und nicht gebleichtes und damit stark umweltschädigendes. Auch seinen Po muss man nicht unbedingt mit 7-lagigem Deluxepapier abwischen, welches mit Bärchen oder Einhörnern bedruckt ist.

 

 

Möchtet ihr rausfinden, wie nachhaltig ihr tatsächlich lebt? Das könnt ihr mittels Footprint-Rechner. Am Ende des Tests, werden auch gleich noch ein paar Inputs aufgelistet, um zu sehen, wo man selbst noch optimieren könnte, ohne dass es weh tut.

 

WWF – Footprint-Rechner

 

 

  • Wie steht ihr selbst zum Thema nachhaltige Ernährung? Worauf achtet ihr?

 

Dieser Beitrag wurde vom WWF Schweiz unterstützt. Der WWF setzt sich seit über 50 Jahren für die Natur ein, um eine lebenswerte Zukunft für nachkommende Generationen zu sichern. Dies mit 6 globalen Zielen. Es sollen die Meere geschützt werden, so dass Mensch und Arten weiter von ihnen profitieren können, der Zustand der Wälder soll verbessert werden, erneurbare Energien gefördert, das Süsswasser-Ökosystem aufrechterhalten, gefährdete Arten wieder ausgebaut und die Ressourcen für unser Ernährungssystem bewahrt werden.

 

Auf der Website finden sich praktische Tipps für ein nachhaltigeres Leben. Es gibt auch eine App dazu.

 

 

 

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