Also eigentlich ist dieses DIY kein klassisches Bastelprojekt, sondern vielmehr ein wertvolles und nachhaltiges Küchenprojekt.
Wir verwerten hier Gemüsereste. Genauer gesagt: wir ziehen aus Gemüseresten neue Pflanzen bzw. lassen sie erneut austreiben. „Regrowing“, wie man auf Englisch sagt. Ein Trend, der gerade in der heutigen Zeit sinnvoll und zukunftsorientiert ist.
Dahinter steckt das Prinzip des Gemüse-Recycling. Es geht darum, dem Zero-Waste-Gedanken zu folgen und Gemüsereste nicht einfach im Müll zu entsorgen, sondern sie wieder austreiben zu lassen. Das nachwachsende Grün kann anschliessend erneut zum Kochen verwendet werden. Frisch, nachhaltig und ganz ohne zusätzliche Kosten.
In diesem Beitrag konzentrieren wir uns vor allem auf das Nachziehen von essbarem Pflanzengrün. Bei einigen Gemüsearten ist es jedoch auch möglich, sie direkt in die Erde einzupflanzen und vollständig nachzuziehen. Etwa bei Kartoffeln, Ingwer oder bestimmten Kräutern.
Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, Foodwaste zu reduzieren. Zum Beispiel in diesem Artikel findet ihr weitere Tipps dazu. Eine ganz einfache Methode ist aber auch Rüstabfälle in einem grossen Gefrierbeutel im Tiefkühler zu sammeln. Sobald dieser voll ist, alles in einem grossen Kochtopf mit Wasser und Salz aufkochen. Nach etwa 1-2 Stunden Kochzeit die Reste durch ein Sieb abgiessen und den Sud auffangen. So erhält ihr eine aromatische, glutenfreie Gemüsebouillon, perfekt geeignet für Risotto oder Suppen.
Wie geht ihr gegen Foodwaste vor, habt ihr Tipps, die wir noch nicht kennen?
Aber zurück zum Regrowing. Wir erklären euch hier, welche Gemüsesorten sich eignen, wie ihr vorgeht und auf was ihr alles achten müsst.
Ihr benötigt:
- Gemüse wie Karotten, Randen, Radieschen, Fenchel, Sellerie, Frühlingszwiebeln, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Salat (Romana oder Eichblatt eignen sich besonders gut)*
- Einmach– oder Trinkgläser, flache Schalen oder Teller
- Schneidebrett
- Küchenmesser
- Lauwarmes Wasser
- Einen hellen Standplatz ohne direkte Mittagssonne
* Nicht jedes Gemüse eignet sich zum Nachzüchten. Problematisch sind vor allem Gemüsearten, bei denen die essbaren Teile Blütenanlagen sind. Diese neigen eher dazu, erneut zu blühen, statt frische Triebe zu bilden. Dazu zählen Blumenkohl, Brokkoli, Romanesco und verschiedene Kohlsorten wie Weiss- und Rotkohl. Aber auch Tomaten, Paprika oder Erdbeeren lassen sich auf diese Weise nur schwer erfolgreich nachziehen.
Wichtig: Das Regrowing funktioniert nur mit Gemüse, das noch knackig ist!
DIY ReGrowing: So gehts
1. Frisches Gemüse beim Wurzelansatz bzw. beim oberen Teil mit Blattansatz abschneiden. Bei Karotten und Radieschen etwa den oberen Drittel, dort, wo das Grünzeug austreibt, stehen lassen.
2. Die abgeschnittenen Strünke in kleine Schalen oder auf einen Teller mit wenig zimmerwarmem Wasser legen. Der obere Teil des Gemüses sollte aus dem Wasser herausragen, nur die Schnittfläche kommt mit Wasser in Kontakt.
3. Bei Salat oder Fenchel genügt es, den Strunk freizulegen und das untere Endstück in ein Glas mit wenig Wasser zu stellen. Auch hier sollte nur der Wurzelbereich im Wasser stehen.
4. Bei Frühlingszwiebeln, Lauch oder Sellerie ist es wichtig, dass die Strünke aufrecht in einem Glas stehen. So kann das Grün gleichmässig nach oben wachsen.
Wichtig bei allen Gemüsearten:
- Das Wasser täglich wechseln, damit sich keine Bakterien bilden.
- Ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne ist ideal.
- Nach etwa 5-14 Tagen (je nach Gemüseart) kann das junge Grün erstmals geerntet werden.
- Das ursprüngliche Gemüse selbst ist nach dieser Zeit meist nicht mehr geniessbar, da es weich oder faserig wird. Ziel des Regrowings ist in diesem Fall ausschliesslich das frische Blattgrün.
Was lässt sich aus dem nachgewachsenen Grün machen?
- Karottengrün eignet sich hervorragen überall dort, wo man sonst mit Petersilie würzen würde. Etwa in Suppen, Salate oder als Topping.
- Radieschengrün ist ideal für ein würziges Pesto oder fein gehackt im Kräuterquark.
- Salatblätter reichen wunderbar zum Belegen von Sandwiches oder Wraps oder für einen kleinen Beilagensalat.
- Fenchelgrün passt hervorragend zu Fischgerichten, in Salate oder als aromatische Suppeneinlage.
- Frühlingszwiebel– und Lauchgrün verfeinern asiatische Gerichte, Eierspeisen oder Bowls
- Selleriegrün gibt Suppen, Risotto oder Smoothies eine würzige Note.
Weitere Hinweise:
- Karotten- und Radieschengrün treiben zuverlässig neu aus, bilden aber keine neue Knolle.
- Salat wächst meist nur einmal kräftig nach.
- Frühlingszwiebeln können mehrmals geschnitten werden.
- Sobald sich das Wasser trübt oder unangenehm riecht, sollte das Gemüse entsorgt werden.
Häufige Fehler beim Regrowing und wie ihr sie vermeidet:
- Zu viel Wasser: Die Strünke sollten nicht komplett im Wasser liegen. Es reicht, wenn nur die Schnittflächen bzw. der Wurzelansatz Kontakt mit Wasser hat. Sonst beginnt das Gemüse schnell zu faulen.
- Wasser nicht täglich gewechselt: Trübes Wasser fördert Bakterienbildung. Deshalb unbedingt täglich frisches Wasser verwenden!
- Zu dunkler Standort: Ohne ausreichend Licht wachsen die Triebe schwach und dünn. Ein heller Platz am Fenster ist ideal, direkte Mittagssonne jedoch unbedingt vermeiden.
- Zu lange warten mit der Ernte: Das junge Grün schmeckt am besten, wenn es noch zart ist. Wird es zu lang, kann es bitter oder zäh werden.
- Zu hohe Erwartungen: Regrowing ersetzt keinen Gemüsegarten. In den meisten Fällen wächst lediglich das Blattgrün nach, keine neue Knolle oder kein vollständiger Salatkopf.
Fazit:
Regrowing ist keine grosse Wissenschaft, aber ein wunderbarer erster Schritt in Richtung bewussterer Küchenalltag. Mit wenig Aufwand, etwas Geduld und einem hellen Plätzchen schenkt ihr Gemüseresten ein zweites Leben.
Auch wenn dabei „nur“ frisches Pflanzengrün nachwächst, ist es ein schönes Gefühl, Lebensmittel vollständig zu verwerten und Foodwaste aktiv zu reduzieren. Und ganz nebenbei macht es richtig Freude, dem Gemüse beim Wachsen zuzusehen.
Vielleicht ist Regrowing kein Ersatz für den Gemüsegarten, aber ganz bestimmt ein nachhaltiges Ritual, das zeigt: aus kleinen Resten kann wieder etwas Wertvolles entstehen.
Probiert es aus, eure Küche und die Umwelt werden es euch danken!
Dieser Beitrag entstand aufgrund der Partnerschaft mit Jumbo. Regelmässig kreieren wir für euch Schönes für Zuhause, für eure Gärten, Balkone und Terrassen, für Geschenke und Mitbringsel, für den Sommer, den Herbst, den Winter, den Frühling, für alle Feiertage und alles zwischendurch.




















