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Auszeit im Bündnerland

  • Nadja Zimmermann
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Drei ruhige Tage, abseits von Stress und Hektik und Mental Load.

Wir machen das ja alle viel zu wenig. Einfach mal kurz weg von allem. Batterien aufladen. Tief durchatmen. An nichts denken. Bergseen bestaunen, regionale Köstlichkeiten geniessen, apérölen und Eifach-Chli-Sii.

Ich habe mir meine liebe Freundin Melanie geschnappt, mich mit ihr in Zürich in den Zug gesetzt und so sind wir nach einer guten Stunde am Hauptausgangspunkt der Bündner Berge ausgestiegen. In Chur. Einfach auch um mal wieder Zeit zusammen zu haben. Stundenlang zu reden. Fern von Job und Familie. Einfach nur wir Zwei. Und das Bündnerland.

Von da aus, kann man in alle Richtungen ausschweifen und all die schönen, bekannten Ferienorte auskundschaften, durch Wälder und Wanderwege streifen, viel Natur schnuppern und sich von klaren Bergseen verzaubern lassen. Man kann aber auch einfach mal in Ruhe ankommen und erstmal hier in Chur bleiben.

Es heisst, Chur sei die älteste Stadt der Schweiz, da sich hier vor tausenden von Jahren bereits Jäger und Sammler angesiedelt hatten. Recht hatten sie, denke ich. Von hier aus hat man so viel schöne Natur in Reichweite.

Wir reisten am frühen Nachmittag an und stärkten uns erstmal im hübschen Kaffee Klatsch mit einem köstlichen Herbstsalat und einem grossen Glas hausgemachtem Eistee.

Nach ein paar ausgedehnten Streifzügen durch die schöne und so angenehm ruhige und autofreie Altstadt und einem Apéro im Ela an der Reichsgasse, zogen wir uns ins Hotel Stern zurück. Da nächtigten wir in einem kleinen, rustikalen Zimmer. Im Stübli des Hotel Stern nahmen wir dann auch unser erstes Abendessen zu uns. Ein herrlicher Mix aus den regionalen Spezialitäten Capuns, Maluns und Pizzocheri.

Am nächsten Morgen assen wir unser coronakonformes Frühstück im Hotel (grosse, unübersichtliche Buffets waren einmal) und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Jede Stunde fährt die berühmte rote Rhätische Bahn rauf nach Preda. Ganz patschifig, wie es der Bündner zu sagen pflegt. Und noch patschifiger im Patschifig-Abteil mit den riesigen Fenstern und dem gedimmten Licht.

Die 62 km-lange Strecke zwischen Thusis und St. Moritz wurde vor 12 Jahren zum Weltkulturerbe ernannt. Vorbei an saftigen Wiesen, kleinen Dörfchen, durch wunderschönste Landschaft und über Brücken und beeindruckende Viadukte, während der Zug einen sanft durchschaukelt. Eben, patschifig.

In Preda, nach etwa anderthalb Stunden Fahrt, stiegen wir aus und spazierten rund 40 Minuten zum Lai da Palpuogna, dem Palpuogna See. Der Weg durch den Wald ist beim Bahnhof ausgeschildert. Man kann auch der Strasse entlang laufen. Da wir das Schild am Bahnhof verpasst haben (und das muss man erst mal schaffen!) haben wir das (unfreiwillig) ausprobiert und können dies aus Sicherheitsgründen extrem nicht empfehlen. Das ist der Hotspot für schnelle Autos und lustige Töffkolonnen. Und nicht für Hobbywanderer, die Schilder verpasst haben.

Aber jä nu. Wir kamen an und wurden belohnt. Der Lai da Palpuogna ist ein wunderschöner, glasklarer See mit zig Grillstellen und Picknickplätzen. Baden darf man darin nicht, aber entzückt bestaunen und den Kopf abschalten.

Um zurück nach Preda zu gelangen, folgt man dann einfach den Schildern, durch einen idyllischen Waldweg hindurch. Fernab von allem. Begleitet von Vogelgetzwitscher und knarrenden Ästen.

Und wer mag, wandert gleich bis nach Bergün.

Wir aber nahmen in Preda den Zug zurück und machten noch kurz Halt in Filisur. Bergün kannte ich schon von unserem Schlittelausflug Anfang Jahr. Ein reizendes Dörfchen. Filisur aber auch.

Von hier aus, kann man zu den Ruinen der Burg Greifenstein wandern, durchs Dorf spazieren oder zum berühmten Landwasserviadukt oberhalb des Bahnhofs laufen und versuchen den Moment zu erwischen, wenn die Rhätische Bahn darüber tuckert.

Zurück in Chur, und nach einer erfrischenden Dusche im Hotel, dinierten wir im kleinen Restaurant Flavours, um danach, nach einem abendlichen Spaziergang durch die Altstadt, selig ins Bett zu sinken.

Am nächsten Morgen besuchten wir noch den Churer Altstadtmarkt, der – wohl aus covidtechnischen Gründen – über die ganze Altstadt verteilt war. An jedem Plätzchen maximal 1-2 Stände. Aber dafür hinter jeder Ecke bereits der nächste Stand.

Gefrühstückt haben meine Freundin Melanie und ich diesmal im Zerowaste-Laden Oba Aba an der Paradiesgasse. Ein veganer Griess mit hausgemachtem, knusprigem Granola und frischen Früchten. Dazu ein feiner Cappuccino mit Mandelmilch. Dort haben wir zwei Tage davor auch noch lecker gewürzte Kichererbsen und Riegel gekauft, die wir auf unsere kleine Wanderung am Vortag mitgenommen haben.

Es ist alles so schön überschaubar in Chur. Die vielen kleinen hübschen Läden, der patschifige Groove in den Gassen. Nah von Zuhause, und dennoch ganz woanders. Ich möchte bald wiederkommen. Und beim nächsten Mal mit der Luftsteilbahn rauf auf den Hausberg Brambrüesch. Oder ich mache eine der Kulinariktouren, Genusswanderungen oder den FoodTrail, die kulinarische Schnitzeljagd. Oder ich mache vielleicht eine der vielen Führungen, die hier zu so ziemlich jedem Interessensgebiet angeboten werden. Und vielleicht gehe ich auch einfach nur ganz in Ruhe wandern und setze mich wieder an einen Bergsee, um am nächsten Tag dann in einem Café an einem der hübschen Plätze der Altstadt zu verweilen.

So eine Mini-Auszeit tut richtig gut. Einfach mal wieder viel Zeit mit einer lieben Freundin verbringen. Ganz in Ruhe. Ich kann es nur empfehlen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Graubünden. Hier gibt es alles zu den Patschifig-Angeboten.

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Nadja Zimmermann
Nadja Zimmermann

Nadja Zimmermann war 13 Jahre lang Produzentin, Redaktorin und Moderatorin bei Radio und Fernsehen. Sie ist dipl. psychologischer Mentalcoach, freie Autorin, Podcasterin, Partyveranstalterin, DJ und Verfasserin mehrerer erfolgreicher Kochbücher. Sie mag Musik, die man auch allein in der Küche tanzen kann, Farben wie Salbei und Creme und Geschichten, die man sich beim Essen weitererzählt.

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