Zu Besuch im Grand Hotel du Lac in Vevey

Nach vielen Hoteltests alleine und einigen Besuchen in besonders familienfreundlichen Hotels, habe ich die Kinder nun mal in ein sehr schickes Fünfsternehaus mitgenommen. Und es sie gleich selbst testen lassen.

 

Das Grand Hotel du Lac in Vevey ist sehr elegant und ruhig, die Klientel schick, das Personal äusserst hilfsbereit, das Haus direkt an der bezaubernden Seepromenade gelegen. Nur wenige Schritte vom Stadtkern entfernt. Ein schönes Spa hilft mit vielfältigem Angebot den Gästen dabei sich zu entspannen und Chefkoch Thomas Neeser verwöhnt die Kundschaft mit viel Leidenschaft kulinarisch auf ganzer Linie. Alles wunderbare Dinge, die wir Erwachsenen durchaus zu schätzen wissen.

 

Doch wie wirkt ein Hotel der Spitzenklasse auf Kinder? Worauf legen sie Wert? Was fällt ihnen auf? Und was lässt sie völlig kalt?

 

Ich habe nun also bei meinem Besuch im Grand Hotel du Lac für einmal meine beiden Töchter vorgeschickt. Anstatt dass ICH ein Hotel teste, habe ich SIE testen lassen.

 

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Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Kaum eingetroffen und innert Kürze eingecheckt, standen wir bereits im Zimmer oben, als die Kinder erstmal die Umgebung auf sich wirken liessen. Ein schönes Zimmer, befanden sie, etwas viel Blüemli-Sujets, fand die Grosse, aber hell und gemütlich. Früher bot das Hotel 100 Zimmer an, heute sind es nur noch 50. Und damit alle etwas grosszügiger. Aber da wurden schliesslich später auch noch Badezimmer eingebaut, die sich früher auf der Etage befanden. So war die Toilette im Badezimmer hinter einer Milchglastüre etwas versteckt und es rutschte der Grossen erst das Herz in die Hose. Aber sie fand es dann. Und alles war gut.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

Grand Hotel du Lac Vevey

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Im Zimmer empfingen uns Ballone, das hatte bisschen was von einer Kinderparty. Sie vermittelten den Kindern schon mal das wohlige Gefühl hier willkommen zu sein, auf jeden Fall freuten sie sich. Fast so sehr wie über den hübsch arrangierten Teller mit Früchten und Pralinen und Süssigkeiten, der extra für die Kinder – mit einer Grusskarte – vorbereitet wurde und von ihnen innerhalb etwa 7 Sekunden begeistert erspäht wurde. Der Verzehr der Süssigkeiten dauerte auch in etwa genau so lange.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Auf dem Zustellbett fanden sie ein kleines Büchlein vor, mit Geschichten und Rätseln, Ausmalkarten mit Stiften und Pflegeprodukten für die Kinder. Mit Delphin-Design. Zufällig dem Lieblingstier der Kleinen und daher von ihr ebenso euphorisch in Empfang genommen und ausprobiert. Die Grosse beachtete das gar nicht. Aber wir mussten nun sowieso runter zum Chefkoch.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Als offizielle Hoteltester, hatten die Kinder die Gelegenheit ein Gespräch mit Thomas Neeser zu führen. Seit 10 Jahren bekocht er im Grand Hotel du Lac die Gästeschar. Er ist seit 29 Jahren ausgebildeter Koch und es gibt kaum etwas, was er an seinem Job nicht mag. Er führte uns durch alle Räume, die zur Küche gehören, bis sie schliesslich im Raum der Pâtisserie landeten, wo Schuhe aus Schokolade lagerten, von denen die Kinder noch tagelang sprechen würden.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

Thomas Neeser Koch

Grand Hotel du Lac Vevey

 

Sie fragten vorallem nach seinen Kindern. Ob die alles essen, was er kocht (tun sie nicht), ob er auch mal Sachen kochen muss, die er selbst nicht mag (kommt vor) und ob die Kinder zur Arbeit mitkommen dürfen (nicht wirklich).

 

Dann gingen wir wieder hoch ins Zimmer. Nun wollten sie das Zimmer aber gar nicht mehr verlassen, denn man sieht ja von hier aus alles, fanden Sie, als sie auf dem Balkon standen und auf den See blickten.

Genau. Warum auch rausgehen. Bei strahlendem Sonnenschein. Und einer Seepromenade die sehnsüchtig in mein Ohr flüsterte. Ich musste sie also zwingen. Hinaus an den wunderbaren See.

 

Vevey Promenade

 

Natürlich. Spaziergänge zählen nicht unbedingt zu den Top Five der kindlichen Freuden. Doch das intensive Möwengeflatter lenkte fürs Erste ab. Dann der Mann auf dem springenden Surfbrett. Die vielen Hunde, die auf der Promenade spazierengeführt werden. Und deren Gedanken wir gemeinsam auf unterhaltsame Art und Weise in verschiedenen Stimmen wiedergegeben hatten. Das gibt Schwung in den Spaziergang. Und viel Gelächter. Und irgendwann steckte eine Gabel im See und Fragen tauchten diesbezüglich auf. Sie gehört zum Alimentarium, nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Ein Museum, das sich der Ernährungsgeschichte der Menschheit widmet.

Schulterzuckend nahmen sie das zur Kenntnis.

 

Vevey Promenade

 

 

Wir streiften noch eine Weile durch die Gassen, holten uns dann einen Burrito und verspeisten diesen am See. Ich selbst hätte ewig da sitzen bleiben können. Die Stimmung am See ist zauberhaft, das Wetter war herrlich, die Sonne im Gesicht tiefenentspannend. Die Kinder hatten dann aber irgendwann mal genug See.

 

Die Wartezeit bis zum Apéro verbrachten sie schliesslich in der Lobby und auf der Terrasse. Die Kleine bemalte geduldig die Karten aus dem Malset und blätterte im Bilderbüchlein des Hotels. Teenager wiederum kann man mit ihren Telefongeräten überall hinsetzen und sie sind glücklich. So ein Hotel bietet auch einige nette Tik Tok-Hot Spots.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Während Erwachsene sich nun im Spa etwas Gutes tun könnten, haben Kinder dort keinen Zutritt. Das war den Kindern egal, denn Wellness finden sie ohnehin langweilig. Dass es keinen Innenpool gibt, fanden sie wiederum nicht so toll. Es gibt jedoch einen Aussenpool. Der wird dann im Sommer interessant, wenn die gesamte Terrasse mit bequemen Liegen und schützenden Schirmen dazu einlädt, sich hier niederzulassen. Für den Moment aber musste ein Fingerbad reichen.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Abends dann, nach einem Virgin Mojito am wärmenden Cheminée an der Bar, blätterten die Kinder erst etwas hilflos durch die Menükarte. Doch die anfängliche Skepsis verwarf der Restaurantleiter mit der Erwähnung diverser Kinderfavoriten wie der klassischen Pasta mit Tomatensauce oder einem Cheeseburger mit knusprigen Pommes. Und einem Salat. Letzterer von der Mutter geordert. Und weniger frenetisch gefeiert.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Nach einer gemütlichen Nacht in kuschligen Betten standen wir bereits wieder im Restaurant und begutachteten das Frühstücksbuffet. Pancakes und kleine Fruchtsalate und Birchermüesli in Weck-Gläsern machten die Kinder fürs Erste satt und glücklich. Auch entging ihnen nicht, dass dies eines der wenigen Hotels ist, wo im Winter nicht selbstverständlich Sommerfrüchte wie Beeren und Melonen auf den Buffets stehen. Ein Schild verwies auf saisonale Früchte und da lagen knackige Äpfel, Birnen und saftige Orangen.

 

Wir hielten uns alle aber, trotz des reichhaltigen Buffets, noch etwas zurück und warteten gespannt auf das kulinarische Highlight eines jeden Sonntags hier im Grand Hotel du Lac: Den grossen Sonntagsbrunch zur Mittagszeit.

 

Grand Hotel du Lac Vevey Brunch

 

 

Vom vielfältigen Salatbuffet, zur Charcuterie, einem grossen, liebevollen Käsearrangement bis zum Fischbuffet. Von warmen Gerichten, über ein wunderbares Dessertbuffet zu unheimlich vielen Sorten Brot. Wahnsinn! Schwierig sich da zu entscheiden. Für die Kinder jedoch nicht sehr schwer. Sie hatten nur Augen für das Kinderbuffet.

Es mutete ein wenig an wie an einem Kindergeburtstag. Ballone, Zuckerwatte, Popcorn, Süssigkeiten, natürlich auch Früchte, geschält und portioniert, kleine, liebevoll arrangierte Gemüse- und Käsespiesschen und natürlich Pommes und Chicken Nuggets. Wobei letztere die besten wären, die sie je gegessen hat (abgesehen von meinen natürlich), saftig und knusprig– so die Grosse. Und der nach Erdbeeren duftende, hausgemachte Eistee gab ihnen dann den Rest.

 

Grand Hotel du Lac Vevey Brunch

 

Ein paar Räume weiter wird sonntags jeweils zur Brunchzeit ein Raum für Kleinkinder hergerichtet. Mit Spielsachen und Keksen zum Dekorieren. Und einer Betreuungsperson. So dass sich die Eltern in Ruhe dem Brunchbuffet widmen können. Die Kleinkinder wissen da noch nicht, was sie dort drinnen in ein paar Jahren erwartet. Mit Ballonen und Zuckerwattemaschine. Noch spielten sie alle seelenruhig und dekorierten geduldig Kekse mit Schokosauce und Minimarshmallows.

 

Meine Kinder dürften wiederum einen Zuckerschock erlitten haben. Ich habe aber beide Augen zugedrückt. Es war schliesslich ihr Wochenende. Ein Hoteltest aus Kindersicht. Und obschon das Grand Hotel du Lac in Vevey nicht explizit auf Familien und Kinderaktivitäten ausgerichtet ist, so wird dennoch in vielen Punkten auf die besonderen Bedürfnisse der Nachkommenschaft eingegangen. Und das Personal, meinten meine Töchter schliesslich, sei ausserordentlich nett.

 

Grand Hotel du Lac Vevey

 

 

Den Aufenthalt schlossen wir drei schliesslich im wunderbaren Chaplins World oberhalb von Vevey ab. Auf dem privaten Anwesen von Charlie Chaplin lassen sich die Anfänge des Films auf ganz zauberhafte Weise durchleben. Ein interaktives Museum, das mit sehr viel Liebe zum Details gestaltet wurde. Mehr dazu auch hier.

Vom 13.März bis 28. Juni gibt es im Obergeschoss von Chaplins Haus eine Spezialausstellung zum Thema Musik. Seit das Kino 1927 vom Stummfilm zum Tonfilm wechselte, schrieb Chaplin alle Partituren für seine zukünftigen Filme selbst und unterlegte seine Stummfilme mit Musik. Zwar entschied er sich nach wie vor gegen das Sprechen seiner Figur,  um die Poesie und die Komik des Tramps zu bewahren, doch erfand er seine eigene Geräuschkomik. Mehr dazu hier.

 

 

Chaplins World

Kost und Logis wurden vom Grand Hotel du Lac in Vevey übernommen. Der detailliertere persönliche Erlebnisbericht zum Aufenthalt im Fünfsternehaus aus Sicht der Kinder erscheint im neuen „Swiss Deluxe Hotel“-Magazin, welches im März 2020 erscheint.

 

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