Ein Seehaus bei Murten

Ein See, ein Haus, viel Ruhe und doch alles in der Nähe, was man braucht. Der perfekte Rückzugsort.

Murten hat es mir vor gar nicht allzulanger Zeit angetan. Und tut es noch. Es ist jedes Mal eine grosse Freude dahin zu fahren.

Erneut bot mir das La Pinte de Vieux Manoir vor Murtens Toren auf Einladung die Möglichkeit eine weitere ihrer Wohnform zu entdecken. Nach dem schmucken Bahnwärterhäuschen, durfte ich mir nun mit zwei Freundinnen das Seehaus ansehen. Es erinnert an ein amerikanisches Lake House, aber irgendwie auch an Schweden. Vorallem aber strahlt es Ruhe aus, einer meiner Lieblingszustände. Schon in der Auffahrt zwinkert es einem im Geiste zu und man ahnt schon, dass man hier richtig schön runterkommen kann.

Wären wir eine Woche zuvor hier gewesen, hätten wir wunderbarstes Frühlingswetter gehabt. Wir wären im Park rumgesprungen, hätten den Grill angeschmissen, hätten sicher einen Fuss ins Wasser gehalten (ich bin ein Gfröörli) und auf der grossen Wiese ums Haus mindestens ein Rad geschlagen (in Gedanken, frohlockend).

Nun erlaubte sich das Wetter einen (echt miesen) Aprilscherz und bescherte uns am 1. April Schneegestöber, grosse Flocken und eisige Temperaturen. Bei der Hinfahrt ärgerte mich diese Tatsache noch etwas, doch bei der Ankunft und dem Anblick des Sees und des hübschen Hauses und der mystischen Stimmung drumherum und der Tatsache dass das Haus eine Heizung und einen Kamin hatte, war mir das Wetter auf einmal piepegal.

Es ist immer schön, wenns irgendwo schön ist.

Die Tatsache dass das Wetter nicht so freundlich war wie wir, bestimmte dann auch unsere Aktivitäten. Wir kamen an und machten dann einfach mal: Nichts.

Ich hatte drei Bücher dabei und habe etwa anderthalb Sätze gelesen. Natürlich, ich war auch da um zu arbeiten, um also diesen Bericht zu schreiben, Fotos zu machen, diese auszuwählen und mich aus diesem Grund auch ein wenig genauer umzuschauen, als wenn ich Ferien hätte. Doch mein Blick schweifte immer wieder zum See und ruhte dann da so lange, bis sich ein neues Gesprächsthema über uns stülpte. Auch die angelesene Zeitung vom vergangenen Sonntag, nahm ich wieder genauso mit, wie ich sie eingepackt hatte. Dieses „Einfach Sein“ geht hier in diesem Haus am See wahnsinnig gut.

Am ersten Abend waren wir im hoteleigenen Restaurant essen und ich war einmal mehr beeindruckt von der Kreativität und vorzüglichen Kochkunst von Michel Hojac. Jedes Mal eine Freude.

Tags darauf spazierten wir in die Altstadt, ein wenig am See entlang, kauften Snacks ein und genehmigten uns schliesslich am Abend ein Fondue in unserem Häuschen am See. Ganz unter uns. Und immer mit filmreifer Seesicht.

Das Seehaus liegt direkt neben dem heute leerstehenden Hotel und somit zwar in einer ruhigen Ecke, aber doch nur wenige Schritte von Murtens Altstadt entfernt. Ob mit dem Auto der Zug, das Seehaus ist einfach zu erreichen. Es eignet sich für Pärchen, Familien oder eine Freunderunde. Ab vom Schuss und doch zentral.

Der Garten schreit nach wunderbaren Sommerabenden (die ich im Geiste abspulte), romantischen Apéros (draussen auf dem Steg hat es ein herziges Tischchen mit zwei Stühlen) und fröhlichem Herumtollen mit den Kindern (wobei kleine Nichtschwimmer extrem im Auge behalten werden müssen und daher dünkt mich das Haus eher für ältere Kinder geeignet).

Und falls nun jemand denkt, ja, ist ja toll, aber eine Sauna fehlt da jetzt echt. Tja. Die hat es auch. Und – natürlich auch die – mit Seeblick.

Das Haus kann man wochenweise mieten (ausserhalb der Saison auch für nur 4 Tage). Ich würde es hier aber locker einen Monat aushalten. Oder sogar einbisschen für immer.

Alle Infos zum Seehaus (und auch zum Bahnwärterhäuschen und dem Glasdiamanten) findet ihr auf der Website vom Le Pinte du Vieux Manoir.


Falls ihr Informationen über Murtens kulinarische Highlights sucht, so werdet ihr bei der Reportage über die Genussreise fündig. Und wer höher, oder weiter, hinaus will, der kann sich auch gleich all den drei Seen dort widmen und den Reisebericht über einen sommerlichen Drei-Seen-Trip lesen. Diese Reise war der Grund, warum ich mich letztlich in Murten verliebt habe.

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