Kräftig, sehr würzig und sehr italienisch: Eine sizilianische Pizza mit Sardellen, Knoblauch, Tomatensauce und Kräutern.
Ein ziemlich würziger Grund, endlich nach Sizilien zu reisen
Ich habe Kochbücher, die bleiben erstaunlich sauber und ordentlich und kriegen einen hübschen Platz im Regal. Und ich habe Kochbücher, bei denen nach kurzer Zeit an jeder zweiten Seite ein Post-it herausragt und vielleicht ein paar Fettspritzer dem Buch Charakter verleihen. SIZILIEN von Enza Genovese ist so eins.
Für das Magazin LESEN von Orell Füssli stelle ich regelmässig Kochbücher vor und koche dafür natürlich auch daraus. Dieses hier war schon beim ersten Durchblättern gefährlich. Tomaten, Auberginen, Fisch, Pasta, Gebäck, viel Farbe, viel Süden und dieses herrlich italienische Essen, bei dem man augenblicklich den wunsch rie, dringend irgendwo draussen an einem langen Tisch sitzen zu müssen.
Auf Sizilien war ich tatsächlich noch nie. Hin wollte ich schon lange. Nach diesem Buch möchte ich noch ein bisschen mehr.
Eine Pizza, die es geschmacklich ernst meint
Hängen geblieben bin ich unter anderem bei dieser sizilianischen Pizza mit Sardellen und Knoblauch aus der Region Trapani, in der linken Ecke der Insel. Rianella heisst die Pizza, eine verniedlichte Form von Rianata, was wiederum bedeutet, dass sie grosszügig mit Oregano gewürzt ist. Was sie auch ist.
Sie ist kräftig, würzig und wunderbar aromatisch. Schon direkt auf den Pizzateig kommen Sardellen und Knoblauch, erst danach folgt die Tomatensauce. Dazu kommen dann eben u.a. (viel) Oregano und all die Aromen, die diese Pizza deutlich von einer klassischen Pizza Margherita unterscheiden.
Geschmacklich erinnert sie mich ein wenig an Spaghetti alla Puttanesca: Tomate, Sardellen, Knoblauch, Kräuter, viel Würze. Eine Pizza für alle, die es gerne etwas kräftiger mögen.
Und sie riecht schon im Ofen sehr überzeugend nach Italien.
Sizilien auf dem Küchentisch
Im Kochbuch SIZILIEN von Enza Genovese stecken mittlerweile so viele bunte Post-its, dass sie fast schon zur Gestaltung des Buches gehören. Es ist ein gutes Zeichen. Denn neben dieser Pizza warten noch viele andere sizilianische Rezepte darauf, ausprobiert zu werden. Bis ich es selbst auf die Insel schaffe, arbeite ich mich halt kulinarisch vor.
Noch mehr Sizilien
Ein bisschen Sizilien gibt es aber auf LouMalou bereits. Probiert auch mal die sizilianische Granita und die Panelle, die typischen sizilianischen Kichererbsenfladen, die man mit Zitrone beträufelt.
Und wenn euch an dieser Pizza besonders die kräftige Kombination aus Tomaten, Sardellen und Knoblauch gefällt, schaut auch bei meinen Spaghetti alla Puttanesca vorbei. Sie werden sich freuen.
Noch mehr Pizza
Falls euch eher und so ganz grundsätzlich nach Pizza ist, findet ihr auf LouMalou weitere Pizza-Rezepte und Ideen für selbstgemachte Pizza. Von klassisch bis etwas spezieller.
Und irgendwann gibt es das Ganze dann hoffentlich vor Ort. Sizilien, bald bald komme ich vorbei.
Rezept für eine selbstgemachte Rianella – Sizilianische Pizza mit Sardellen und Knoblauch
Rianella – Sizilianische Pizza mit Sardellen
Rezept bewerten:
Zutaten
Für den Teig
- 25 g frische Hefe
- 1 TL Zucker
- 500 g Mehl (Typ 00), plus etwas zum Bestäuben
- 2 TL Salz
- 5 EL Olivenöl, plus etwas zum Einfetten
Für den Belag
- 800 g geschälte San Marzano-Tomaten (Dose), abgetropft
- 6 EL Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
- Salz
- 4 EL frisch gehackter Oregano
- 80 g Sardellen in Olivenöl, abgetropft, am Stück oder in kleinen Stücken
- 3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
- 12 Stängel glatte Petersilie, fein gehackt
- 200 g geriebener Pecorino
- 150 g Mozzarella Fior di Latte, in Scheiben geschnitten
Anleitungen
- FÜR DEN TEIGHefe zerbröckeln un in einem Glas mit etwa 50ml lauwarmem Wasser unter Rühren mit einem Holzlöffel auflösen. Zucker und 2-3 EL des Mehls zufügen. Kräftig rühren, um einen glatten Vorteig zu erhalten. In eine Schüssel geben und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Min. gehen lassen. Restliches Meh in eine andere Schüssel sieben, in der Mitte eine Mulde formen und den aufgegangenen Vorteig hineingeben. Salz zufügen (nur auf das Mehl am Rand streuen, das Salz sollte nicht in Kontakt mit der Hefe kommen), dann Olivenöl und das restliche lauwarme Wasser (200 ml) zugiessen. Zutaten langsam verkneten, indem das Mehl nach und nach vom Rand zur Mitte eingearbeitet wird. Teig 5 Min. durchkneten. Wenn er zu fest ist, 1-2 zusätzliche EL lauwarmes Wasser zugiessen. Teig zu einer Kugel formen, mit Mehl bestäuben und in eine saubere Schüssel umfüllen. An der Oberfläche kreuzweise einschneiden und mit einem feuchten Geschirrtuch abdecken, ca. 2 Std. gehen lassen, bis der Teig sein Volumen verdoppelt hat.
- Den aufgegangenen Teig mit den Händen ausrollen, dabei von innen nach aussen flach drücken, bis er etwa 1 cm dick ist. Auf ein geöltes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit den Fingerspitzen erneut auseinanderziehen, bis der Teig den Rand des Blechs erreicht. Erneut mit einem Geschirrtuch abdecken und 1 weitere Std. gehen lassen.
- Backofen auf 220° (Umluft 200°) vorheizen.
- Für den Belag die Tomaten in einer Schüssel zerdrücken, Olivenöl, 1 Prise Salz und 2 EL Oregano untermischen. zuerst die Sardellen, dann den Knoblauch auf dem Teig verteilen und gut andrücken. Die Tomatenmassen darüber verteilen, mit der Petersilie, dem Pecorino sowie dem restlichen Oregano bestreuen und mit dem Olivenöl beträufeln.
- Etwa 10 Min. backen. Aus dem Ofen nehmen und die Mozzarellascheiben auf der Pizza verteilen, dann weitere 3 Min. im Ofen backen. In Stücke schneiden und servieren.











